Das Buch in den Medien

Die Legende vom Handlanger

Die Legende vom Handlanger

Buchrezension von Wolfgang Benz:

„Julien Reitzenstein, der sich der Spezies „forensischer Historiker“ zurechnet, legt großen Wert auf präzise Beweisführung, zitiert deshalb auch oft und ausführlich aus den Quellen und nimmt der Eindringlichkeit seines Plädoyers für Wahrheit und Gerechtigkeit zuliebe auch Wiederholungen in Kauf. Das Ergebnis seiner Forschung ist keine angenehme, jedoch sehr notwendige Lektüre.“

„Die Wahrheit hinter den Legenden, die Reitzenstein in seiner luziden Studie zerstört, ist noch viel verstörender als der Befund selbst. Denn auch die Verbrechen von Straßburg fallen nicht dem einen Monstrum August Hirt (der freilich selbst ein medizinischer Krimineller war), sondern einem Mann zur Last, der – auch dieses ist typisch – skrupellos aus Ehrgeiz mordete, sich dann mithilfe von Komplizen als Gehilfe, als ahnungsloser Handlanger und Befehlsempfänger aus der Verantwortung stahl und mit milder Strafe davonkam. Die Saga von den wenigen Monstern, die das Böse verkörpern und so viele Ahnungslose als Gehilfen in ihre Dienste nahmen, wurde zur Lebenslüge der Tätergeneration; als Legende lebt sie weiter. Seriöse Wissenschaft – das zeigt Reitzenstein – kann Augen öffnen.“

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NS-Kollaborateur erfand 86-köpfige Schädelsammlung

NS-Kollaborateur erfand 86-köpfige Schädelsammlung

Buchrezension von Sven Felix Kellerhoff:

„Mit einem für Straßburg geplanten Museum hatte das Verbrechen auch nichts zu tun. Das hat jetzt der Historiker Julien Reitzenstein in seinem neuen Buch „Das SS-Ahnenerbe und die ,Straßburger Schädelsammlung’“ dargelegt. Reitzenstein ist zuvor durch eine wichtige Studie zu „Himmlers Forschern“ hervorgetreten und hat außerdem die Vergangenheit der Dienstvilla des Bundespräsidenten in Berlin recherchiert. (…)
In Wirklichkeit allerdings, das legen Reitzensteins Ergebnisse nahe, gab es nie den Plan eines Museums in Straßburg. Vielmehr ging es bei dem 86-fachen, wahrscheinlich sogar 115-fachen Mord darum, eine Schädelsammlung für den Ahnenerbe-Mitarbeiter Bruno Beger anzulegen. Julien Reitzenstein bietet auf Grundlage neu aufgefundener Quellen eine Antwort an, die nachvollziehbar klingt, die ihn aber erstaunlicherweise zum Ziel wüster Kritiken im Internet gemacht hat. (…)
Das Beispiel zeigt, dass kritische Geschichtswissenschaft auch die Aussagen von jahrzehntelang als verlässlich geltenden Kronzeugen infrage stellen sollte. Das ist keine Relativierung, sondern dient im Gegenteil der Aufarbeitung.“

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NAZI-VERBRECHEN NACH 75 JAHREN AUFGEKLÄRT

NAZI-VERBRECHEN NACH 75 JAHREN AUFGEKLÄRT

Direkt neben der Bundespräsidentenvilla in Berlin-Dahlem standen zur Nazizeit die Gebäude des SS-Ahnenerbes. Hier wollten Nationalsozialisten die angebliche Überlegenheit der „nordischen Rasse“ wissenschaftlich belegen.

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Das SS-Ahnenerbe und die „Straßburger Schädelsammlung“

Das SS-Ahnenerbe und die „Straßburger Schädelsammlung“

Berlin (Weltexpresso) – Julien Reitzenstein ist ein forensischer Historiker, das heißt, er erforscht Kriminalfälle der Vergangenheit, die Strafrechtsgeschichte, und in diesem Fall das Verbrechen der Nationalsozialisten, welches sich hinter der „Straßburger Schädelsammlung“ verbirgt. Dieser Geschichte ist sein neues Buch gewidmet das diese Tage auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wird.

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